NEB und Berliner Eisenbahnfreunde

von Konstantin Wnuck

Text: Jessé Bretag

Am 3. November 2017 trafen sich einige interessierte Parkeisenbahner zu einem Besuch bei der Niederbarnimer Eisenbahn. Noch wusste keiner von den Kindern, dass es danach auch noch zu den Berliner Eisenbahnfreunden gehen sollte.
Pünktlich um 8:15 Uhr trafen wir uns alle am Bahnhof Gesundbrunnen, um von dort aus mit der S-Bahn nach Karow zu fahren und dann mit der Niederbarnimer Eisenbahn (NEB) gleich weiter nach Basdorf. Dort befindet sich die Hauptwerkstatt der NEB. Angekommen in Basdorf wurden wir gleich nett von einer Mitarbeiterin der NEB empfangen. Auf dem Bahnsteig in Basdorf angekommen wurde auch gleich das Werk besichtigt und mächtig gestaunt, weil draußen die neuste Zuggeneration der NEB - der Pesa Link stand. Seit 2016 ist der neue Dieselzug auf vielen Strecken in Berlin, Brandenburg, aber auch bis rüber nach Polen im Einsatz. Die NEB ist eines der ältesten Eisenbahnunternehmen in ganz Deutschland. Schon 1900 entstand die NEB, aber zunächst nicht unter dem heutigen Namen, sondern als „Reinickendorf-Liebenwalde-Groß Schönebecker Eisenbahn AG“. Am 8.Januar erfolgte dann die Umbenennung in „Niederbarnimer Eisenbahn-Aktiengesellschaft“.   Ab dem 1.Juli 1950 kam es dann zur unentgeltlichen Streckenübernahme durch die Deutsche Reichsbahn. Im Vertrag, der zwischen NEB und Deutsche Reichsbahn getroffen wurde, stand drin, dass „nach der Wiederherstellung der Einheit Berlins eine neue Vereinbarung zu treffen“ ist. Am 18.Dezember.1998 erfolgte dann die Rückgabe aller Strecken der NEB an die Deutsche Bahn AG. Von 1999-2002 wurde eine umfassende Sanierung der Eisenbahninfrastruktur in Höhe von 17,3 Mio Euro getätigt. Und nun zurück zu unserem Ausflug:
Voller Neugier ging es los in das Werk der NEB. Dort wurden wir erst einmal belehrt, wie man sich in einer Werkstatt zu verhalten hat. Dann ging es rein in die Werkstatt und wir wunderten uns, wie klein die Werkstatthalle der NEB ist. Zuerst durften wir alle viele Fragen stellen. Der Werkstattleiter erklärte und zeigte uns ein paar allgemeine Sachen. Dann ging es weiter zur Waschanlage. Diese befindet sich direkt in der Werkstatthalle. Neben dem Waschgleis stand ein Zug, an dem gerade die Frontscheibe gewechselt wurde, da die alte bei einem Sturm kaputtgegangen ist. Damit die Fahrzeuge immer an derselben Position in der Halle stehen hängt ein Tennisball an einer Schnur von der Decke. Die Lokführer fahren immer soweit an den Ball, bis der Ball die Frontscheibe leicht berührt. Eine super Idee.

Als Highlight des Werkstattbesuches, durften wir alle in dem draußen stehenden Dieseltriebwagen „Pesa Link“ einsteigen. Es ist schon erstaunlich, wie schön der aus polnischer Herstellung stammende Zug ist. Als größtes Highlight durften wir sogar in den Führerstand gehen, uns hinsetzen und uns einmal wie ein richtiger Lokführer fühlen.

Danach ging es dann direkt nach nebenan zu den Berliner Eisenbahnfreunden. Dort präsentierten uns die freundlichen Herren stolz ihre rumänische Dampflok, die auch noch regelmäßig auf Sonderfahrt im Einsatz ist. Leider durften wir dort nicht in den Führerstand gehen. Danach ging es wieder nach draußen, wo uns eine 5-Zoll-Gartenbahn erfreute. Eine Mitfahrt damit durfte natürlich nicht fehlen. Von der Gartenbahn ging es dann weiter ins Museum der „Heidekrautbahn“, wo die Geschichte der von der NEB betriebenen Heidekrautbahn aber auch von der Eisenbahn-Geschichte an sich erzählt wird. Eigentlich sollte es dann in die sogenannten Dieselhalle gehen in der die ganzen Dieselloks der Eisenbahnfreunde abgestellt sind. Die Halle war aber leider zu und der Schlüssel war auch nicht vor Ort. Weiter ging es dann zur Wagenhalle in der fast alle Wagen abgestellt waren, sowie einige der Loks. Dort dürften wir dann in eine über 60 Jahre alte Dampflok die BR65.10 der Deutschen Reichsbahn gehen. Erstaunlich wie groß die BR65.10 ist und was für ein großen Führerstand sie hat. Zum Schluss wurde uns noch der Traditionszug der Berliner Eisenbahnfreunde gezeigt, mit dem sie auch regelmäßig auf Sonderfahrt gehen. Leider kämpfen auch die Eisenbahnfreunde mit Vandalismus. An einer Kleindiesellok waren alle Scheiben komplett eingeschlagen. Nun war leider unser Ausflug zu Ende und wir machten uns auf die Heimfahrt – natürlich wieder mit der NEB.

Vielen Dank nochmal an die Niederbarnimer Eisenbahn und besonders an die Berliner Eisenbahnfreunde für diesen schönen Ausflug!

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