Besuch bei der Britzer Parkbahn

von Konstantin Wnuck

Feldbahn

Am 29.7. besuchten 7 Parkeisenbahner die Parkbahn im Britzer Garten. Wie in der Wuhlheide beträgt die Spurweite der Britzer Parkbahn 600mm. Der 6,0 km lange Rundkurs wurde anlässlich der Bundesgartenschau (BUGA) 1985 errichtet und zunächst als Gartenschaubahn bezeichnet. Von 1986 bis 2013 wurde die Anlage als Britzer Museumsbahn betrieben. 2013 ruhte der Verkehr auf der Anlage, denn der vorherige Inhaber musste den Betrieb aus Altersgründen aufgeben. 2014 wurde die Anlage neu verpachtet. Seit Beginn der Saison 2014 hat die Feldbahn Betriebsgesellschaft der Familie Erk mit Sitz in Ilmenau die Betriebsführung der Parkbahn im Britzer Garten in Berlin übernommen.

Die Bahnstrecke verläuft am Rande des Parkgeländes mit zahlreichen Bögen, einer Brückenüberführung und einer Unterführung. An der Strecke liegen drei Bahnhöfe und zwei Haltepunkte (Buckower Damm, Festplatz, Heidehof, Kalenderplatz, Rosengarten). Der Lokschuppen befindet sich in der Nähe des Eingangs Buckower Damm.

Der heutige Betreiber setzt Fahrzeuge aus den 1950er Jahren ein. Die beiden Lokomotiven des Typs Ns2f stammen vom Lokomotivbau Karl Marx Babelsberg. Die Personenwagen sind überdacht und wurden speziell für den Britzer Garten hergerichtet. Sie bieten jeweils 20 bis 25 Personen Platz.

Wir bekamen von Maschinist „Michi“ Hoffmann eine Führung durch die Lokhalle und durften uns auch die Zugmaschinen und Wagen genau ansehen.

Mehr als 120 Schmalspurloks hat der Eigentümer Peter Erk gekauft, saniert und fahrtüchtig gemacht. Etliche stehen im aktiven Dienst in Deutschland und im Ausland, so auch im Britzer Garten. Ein Depot hat der Mann für seine Loks in Ilmenau (Thüringen) und auch dort eine Strecke wo Bahnen fahren. Erks Sohn Kevin führt die Berliner Bahn, ist Motorenspezialist und hat bei Daimler-Benz gelernt.

Die Lokomotiven des Typs Ns2f stammen aus Babelsberg. Sie wurden im VEB "Karl Marx" seit Anfang der 1950er-Jahre gefertigt. Damals, noch kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, wurden sehr viele Trümmerloks und Loks zum Wiederaufbau benötigt. Die sowjetischen Militärs hatten viele deutsche Loks als Wiedergutmachung eingezogen und in ihrer Besatzungszone musste schnell Ersatz geschaffen werden. Das erledigte der Lokomotivbau "Karl Marx" Babelsberg, der eher für große Dampf- und Dieselloks bekannt ist. Damals zur Vereinigung Volkseigener Betriebe des Lokomotiv- und Waggonbaus (Lowa) der DDR gehörend, bauten die Karl-Marx-Werker von 1950 bis 1959 insgesamt 1318 Loks der Klasse Ns2: Dieselloks für Spurweiten von 485 bis 760 Millimeter; drei davon fahren im Britzer Garten. Das Typenprogramm der 50er hatte vier Leistungsklassen (15, 30, 60 und 90 PS) für Schmal- und Regelspur.

Die erste Ns2-Lok stellte Babelsberg 1950 vor: Sie hatte einen 30-PS-Diesel vom Typ 16 V 2, der über ein Zweigang-Getriebe die beiden Achsen antrieb und die Lok auf acht Stundenkilometer brachte. Die nachfolgende Ns2f kam 1952, schaffte 14 Stundenkilometer, hatte drei Gänge und erstmals eine elektrische Anlage, also auch eine elektrische Zündung. Von 1952 bis 1959 wurden 550 Exemplare gefertigt. Sie war eine der beliebtesten Feldbahnloks der DDR und zwei Ns2f-Exemplare davon verrichten auch zuverlässig ihre Dienste bei der BPE: Die Lokomotiven Siegfried und Krimhild.

 

Nachdem wir uns alles genau angeschaut hatten, fuhren wir mit dem Zug eine Runde durch den Park. Anschließend stärkten wir uns mit einem leckeren Imbiss und flanierten noch etwas durch den schönen und modernen Landschaftspark bis es wieder nach Hause ging.

Ein herzliches Dankeschön an Familie Erk für den exklusiven Einblick und die nette Bewirtung

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